Digitalisierung ·
Bücher digitalisieren: zerstörungsfrei oder destruktiv
Zerstörungsfrei bleibt das Buch gebunden und wird von oben erfasst, destruktiv wird der Einband abgetrennt und die Seiten werden eingezogen. Das destruktive Verfahren ist deutlich günstiger, das zerstörungsfreie ist bei Einzelstücken alternativlos.
Die Entscheidung fällt an einer einzigen Frage: Gibt es das Buch noch einmal?
Ist es ersetzbar - Fachliteratur, ein Handbuch, ein Katalog, den man nachbestellen kann -, spricht wenig gegen das destruktive Verfahren. Ist es ein Einzelstück, wird die Frage gar nicht erst gestellt.
Zerstörungsfrei: der Band bleibt, wie er ist
Das Buch bleibt gebunden und wird auf einem Aufsichtscanner von oben erfasst. Die Seiten werden von Hand umgeblättert, die Auflage stützt den Buchrücken, sodass er nicht flach gedrückt werden muss.
Das ist der einzige Weg bei allem, was nicht ersetzbar ist: Chroniken, Nachlässe, Bestände aus Archiven und Bibliotheken, alte Bände mit brüchigem Papier. Der Preis dafür ist Zeit - jede Seite wird einzeln gehandhabt, und das lässt sich nicht beschleunigen.
Destruktiv: der Einband kommt ab
Der Buchrücken wird beschnitten, die losen Seiten laufen durch einen Einzugsscanner. Das ist um ein Vielfaches schneller und entsprechend günstiger, und die Bildqualität ist bei planen Einzelblättern sogar gleichmäßiger als bei gewölbten Doppelseiten.
Sinnvoll bei Mengen und bei Beständen, die nach der Digitalisierung ohnehin entsorgt werden sollen. Der Einband ist danach nicht mehr zu retten - deshalb wird dieses Verfahren nur nach ausdrücklicher Auswahl angewendet, nie als Standard.
Was gegen die Heimlösung spricht
Ein Buch mit dem Handy abzufotografieren funktioniert für drei Seiten. Bei dreihundert scheitert es an Dingen, die man vorher nicht bedenkt: Der Buchfalz wirft einen Schatten, die Seiten wölben sich unterschiedlich, die Beleuchtung wechselt mit dem Tageslicht, und die Ausrichtung stimmt bei keiner Aufnahme genau.
Dazu kommt der Teil, der nach dem Scannen anfängt: Texterkennung, damit das Digitalisat durchsuchbar wird, Verschlagwortung nach der Ordnung, in der später gesucht wird, und ein Dateiformat, das in zwanzig Jahren noch lesbar ist.
Was beim Dienstleister dazugehört
- Beratung, welches Verfahren zum Bestand passt, bevor etwas beschnitten wird
- Gesicherter Transport, bei wertvollen Beständen auf Wunsch ohne Zwischenlagerung
- Texterkennung und Verschlagwortung nach Ihren Vorgaben
- Rückgabe der Originale, sofern zerstörungsfrei gearbeitet wurde
Digitalisiert wird ab einem einzigen Exemplar. Eine Mindestmenge gibt es nicht.
Der Ablauf
Zuerst wird der Bestand gesichtet und das Verfahren festgelegt. Dann folgt der Scan, danach die Nachbearbeitung: Zuschnitt, Geraderichten, Texterkennung. Zum Schluss die Übergabe im vereinbarten Format, und die Rückgabe der Originale.
Details zu Auflösungen, Formaten und Sonderfällen stehen auf der Leistungsseite Bücher scannen.
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