034207 4068-100 Termin buchenTermin

Bauakten, Pläne und technische Zeichnungen

Für Bauunterlagen und Statik gibt es keine gesetzliche Aufbewahrungsfrist; die Bauordnung Sachsen-Anhalt kennt nur eine Bereithaltungspflicht während der Bauausführung. Wie lange sinnvoll aufbewahrt wird, bestimmt die Verjährung der Mängelansprüche: fünf Jahre ab Abnahme bei Bauwerken, § 634a Abs. 1 Nr. 2 BGB.

Person rollt eine alte technische Zeichnung auf einem Tisch mit gestapelten Plänen auf
Bei Bauakten ist selten die Frist der Grund zur Aufbewahrung, sondern der Umbau in zwanzig Jahren.

Welche Fristen gelten

UnterlageFrist

Bauunterlagen, Statik und Standsicherheitsnachweise

keine Aufbewahrungsfrist in der Bauordnung Sachsen-Anhalt Beginn: entfällt
Anmerkung

Die BauO LSA kennt nur eine Bereithaltungspflicht an der Baustelle während der Bauausführung (§ 71 Abs. 7 S. 2). Wie lange sinnvoll aufbewahrt wird, bestimmt die Verjährung der Mängelansprüche: fünf Jahre ab Abnahme bei Bauwerken und Planungsleistungen, § 634a Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 2 BGB. Bei VOB/B-Verträgen gelten abweichende Fristen. In der Praxis wird über die Lebensdauer des Bauwerks aufbewahrt.

keine Jahresfrist

Produkthaftungsrelevante Unterlagen

keine Aufbewahrungsfrist im Produkthaftungsgesetz Beginn: entfällt
Anmerkung

Maßgeblich ist § 13 Abs. 1 S. 1 ProdHaftG: Der Anspruch erlischt zehn Jahre nach Inverkehrbringen des konkreten Produkts. Wer Konstruktionsunterlagen, Chargendaten und Prüfprotokolle mindestens so lange vorhält, ist abgedeckt. Bei anhängigem Rechtsstreit und bei titulierten Ansprüchen greift das Erlöschen nicht.

keine Jahresfrist

Expositionsverzeichnis bei krebserzeugenden und keimzellmutagenen Stoffen der Kategorie 1A oder 1B

§ 10a Abs. 2 S. 1 Nr. 1 GefStoffV Beginn: Nach Ende der Exposition
Anmerkung

Die oft zitierte Fundstelle § 14 Abs. 3 GefStoffV ist weggefallen. Die verbreitete Angabe von 30 Jahren ist falsch. Fristbeginn ist das Ende der Exposition, nicht das Ende des Beschäftigungsverhältnisses. Nach § 10a Abs. 3 GefStoffV kann der Arbeitgeber die Pflicht auch erfüllen, indem er die Daten an den Unfallversicherungsträger übermittelt (Zentrale Expositionsdatenbank der DGUV). Der Nachweis über die Aushändigung des Auszugs an die beschäftigte Person ist nach § 10a Abs. 2 S. 3 GefStoffV wie eine Personalunterlage aufzubewahren.

40 Jahre

Rechtliche Prüfung: Hartmut Kiesel, datha GmbH, Ausarbeitung vom 02.09.2026. Alle Unterlagenarten im Überblick: Aufbewahrungsfristen nach Unterlagenart

Bei Bauunterlagen ist die Frist selten der Grund, sie aufzuheben. Der Grund ist der Umbau in zwanzig Jahren, der Streit über einen Mangel, die Genehmigung, für die der alte Lageplan gebraucht wird. Deshalb wird in der Praxis über die Lebensdauer des Bauwerks aufbewahrt, nicht über eine Frist.

Das Problem ist dann nicht die Dauer, sondern das Format. Planschränke sind teuer, sperrig und ein schlechter Ort für dünnes, mehrfach gefaltetes Papier. Ein Plan, den niemand findet, ist so gut wie keiner.

Was bei der Digi­ta­li­sie­rung geht

Digitalisiert wird von DIN A2 bis A0+ sowie in Wildformaten bis zu einer Vorlagenbreite von 111 cm an der kurzen Seite, mit 300, 600 oder 1.200 dpi optischer Auflösung.

In Bauakten sind fast alle Formate vertreten. A4 und A0 landen deshalb in einer Datei, statt in getrennten Beständen zu enden.

Ein Fall aus der Praxis

Ersatzteil für eine Maschine aus den Neunzigern

Ein Hersteller von Spezialmaschinen hatte seine technischen Zeichnungen bei uns eingelagert. Als nach Jahren ein Ersatzteil für eine ältere Anlage gebraucht wurde, standen die Unterlagen innerhalb weniger Stunden digital bereit. Die Produktion lief weiter.

Anonymisiert. Kundennamen nennen wir nur mit ausdrücklicher Zustimmung.

Leistungen für diesen Bestand

Branchen mit diesen Unterlagen

Weitere Unterlagen mit eigenen Fristen

Häufige Fragen zu Bauakten und Pläne

Wie lange müssen Bauunterlagen aufbewahrt werden?
Eine gesetzliche Aufbewahrungsfrist gibt es nicht. Die Bauordnung Sachsen-Anhalt verlangt nur, dass Genehmigung, Bauvorlagen und bautechnische Nachweise während der Bauausführung an der Baustelle vorliegen. Faktisch bestimmt die Verjährung der Mängelansprüche die Dauer: fünf Jahre ab Abnahme, bei VOB/B-Verträgen abweichend.
Lohnt es sich, alte Pläne zu digitalisieren?
Wenn auf den Bestand noch zugegriffen wird, meist ja. Ein digitalisierter Plan ist über Nummer, Bauabschnitt oder Gewerk auffindbar statt über die Schublade, und er altert nicht weiter. Bei Beständen, auf die faktisch nie zugegriffen wird, ist die Einlagerung mit Scan-on-Demand günstiger.
Wie lange haftet man für Baumängel?
Mängelansprüche bei Bauwerken verjähren nach § 634a Abs. 1 Nr. 2 BGB in fünf Jahren ab Abnahme. Bei VOB/B-Verträgen gilt abweichend eine kürzere Frist, die vertraglich verlängert werden kann. Diese Fristen und nicht eine Aufbewahrungsvorschrift bestimmen in der Praxis, wie lange Bauunterlagen gebraucht werden.
In welcher Auflösung sollten Pläne gescannt werden?
Für den normalen Gebrauch reichen 300 dpi. Ein DIN-A0-Plan wiegt damit schwarzweiß rund 3 MB, in Farbe 10 MB und mehr. Bei feinen Strichstärken, schwachen Lichtpausen oder wenn aus dem Scan wieder gedruckt werden soll, lohnen sich 600 oder 1.200 dpi.
Was ist mit Plänen, die größer als DIN A0 sind?
Wildformate werden bis zu einer Vorlagenbreite von 111 cm digitalisiert, die Länge ist dabei nicht der begrenzende Faktor. Die Vorlage darf bis zu 2 mm stark sein, gefaltete und brüchige Pläne werden von Hand geführt.
Lohnt sich Digitalisieren oder reicht Einlagern?
Das entscheidet die Zugriffshäufigkeit. Wird auf den Bestand noch zugegriffen, ist die Digitalisierung meist günstiger als jede Suche im Planschrank. Bei Beständen, die nur aus Vorsicht aufbewahrt werden, ist die Einlagerung mit Scan-on-Demand der günstigere Weg: gescannt wird erst, wenn jemand fragt.

Kostenfreie Erstberatung

Was mit Ihrem Aktenbestand möglich ist

Sagen Sie uns Menge, Art und Frist. Sie erhalten meist innerhalb von 24 Stunden einen konkreten Weg mit Aufwand und Kosten - für Einlagerung, Digitalisierung oder beides.

Porträt Elisabeth Friske